Montag, 04.07.2022 16:52 Uhr

Demonstration vor der US Airbase Ramstein

Verantwortlicher Autor: Sergej Perelman Ramstein-Miesenbach, 21.06.2022, 21:13 Uhr
Presse-Ressort von: Sergej Perelman Bericht 2518x gelesen

Ramstein-Miesenbach [ENA] Vom 19.-26. Juni 2022 veranstaltet die Kampagne 'Stopp Air Base Ramstein' ihre alljährliche Aktionswoche. Neben einem einwöchigen Friedenscamp wird es eine große Demonstration am 25. Juni vor der US Air Base Ramstein geben. Die Kampagne wendet sich gegen Aufrüstung, fordert eine Beendigung aller Waffenlieferungen, Rückkehr zu Verhandlungen und Diplomatie sowie die Schließung der Air Base Ramstein und Konversion.

Angesichts des Angriffs Russlands auf die Ukraine, wird sich mancher Leser fragen, wieso mit Blick auf die momentane Bedrohung gegen eine militärische Einrichtung der US-Amerikaner sowie der NATO demonstriert wird. „Die Amerikaner sind da, die NATO ist da, wir sind dadurch eigentlich auch geschützt“, fasst es der Bürgermeister Ralf Hechler von Ramstein-Miesenbach zusammen.(1) Aber entspricht dies auch den Tatsachen?

In diesem Krieg können wir alle nur verlieren

Die Air Base Ramstein wäre ein Primärziel im Falle eines Atomkrieges, denn sie beherbergt das Hauptquartier der U.S. Air Forces in Europa, AIRCOM Ramstein, dem die Luftwaffen aller NATO-Staaten unterstehen, und eine Befehlszentrale für den sogenannten Raketenabwehrschild der USA und der NATO ist in das AIRCOM integriert. Diese aus geostrategischen Interessen provozierte Krise kann also zu einem militärischen Konflikt führen, bei dem nicht nur die Menschen in der Ukraine, sondern wir alle verlieren. Eine mögliche nukleare Auseinandersetzung ist derzeit wahrscheinlicher als zu Zeiten des Kalten Krieges.

Damals waren die Brücken der Diplomatie nicht überall fragil, es gab ein Rotes Telefon und internationale Verträge, die z.B. die Stationierung von Mittelstreckenraketen untersagten. Die Direktorin der nationalen Nachrichtendienste Avril Haines geht davon aus, dass Putin nur Atomwaffen einsetzt, wenn es eine existenzielle Bedrohung für Russland gibt. Dies gelte für den Fall, „wenn er den Eindruck hat, dass er den Krieg in der Ukraine verliert […]“.(2) Angesichts der vom Westen ausgesprochenen Losung, dass Putin diesen Krieg keinesfalls gewinnen darf und der Ruf nach Verhandlungen im Getöse nach Waffenlieferungen nicht einmal mehr in Erwägung gezogen wird, wäre der Weg in die letzten Tage der Menschheit vorgezeichnet.

Deshalb ist es notwendig, diesem Wahnsinn besonnen und deeskalierend entgegen zu wirken. Da dies von Politik und Medien leider kaum zu erwarten ist, ist es umso wichtiger, dass von der Bevölkerung ein Zeichen des Friedens gesetzt wird. Darum protestiert die Kampagne Stopp Air Base Ramstein vom 19. bis 26. Juni. Informationen zur Friedenscamp, Demonstration und der gesamten Aktionswoche finden sich auf www.stoppramstein.de. Nur wenn wir mit vielen gemeinsam für den Frieden demonstrieren, können wir das Kriegsgeheule von Politik und Medien stoppen.

Link zum Samstagprogramm (25. Juni): https://www.stoppramstein.de/event/tanz-der-toten-demonstration-vor-der-air-base-ramstein/

(1) https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/kaiserslautern/ramstein-buergermeister-ralf-hechler-zum-ukraine-krieg-und-der-air-base-100.html, (2) https://www.nachdenkseiten.de/?p=83870

Dieser Bericht bildet weitgehend die Pressemitteilung vom 18. Mai 2022 ab: https://www.stoppramstein.de/die-atombomben-schweben-uber-unseren-kopfen/

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